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27. Dezember 2011

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Blick
Von Nadine Chaignat
«Ich durfte mein Kind noch nie sehen»
AFFOLTERN AM ZH - Urs Brechbühl (41) kämpft seit Jahren um das Besuchsrecht für seinen Sohn (4).
Urs Brechbühl will endlich seinen Sohn kennenlernen.
Bild: Toini Lindroos

Als sein Sohn zur Welt kam, erfuhr Urs Brechbühl (41) aus Affoltern am Albis ZH nichts davon. «Ich bekam nie eine Mitteilung, dass das Kind da ist», erzählt der Werkzeugmechaniker. «Kein Foto, nichts. Ich musste auf die Heimatgemeinde gehen und nachfragen, ob ich jetzt ein Kind habe oder nicht. Im Familienbüchlein sah ich es dann.»

Urs Brechbühl und seine Frau trennten sich, da war sie mit dem Wunschkind schwanger. Warum die Ehe scheiterte, darüber mag Brechbühl gar nicht mehr nachdenken: «Es war schlimm, aber es ist vorbei. Meine Frau hat da schon gedroht, dass ich das Kind nie sehen werde.»

Brechbühls Sohn Nathan ist inzwischen 4 ½ Jahre alt. Und die Frau hat ihre Drohung wahrgemacht: Das Einzige, was Urs Brechbühl von seinem Bub gesehen hat, ist das Foto aus der Akte des Vaterschaftstests. Ein winziger Baby-Hinterkopf.

Wie die Behörden mit dem Vater umspringen, ist kaum zu glauben. Zehn Tage nach der Geburt reichte Brechbühl einen Antrag für das Besuchsrecht ein: «Die Vormundschaftsbehörde hat mich ans Gericht verwiesen. Das wiederum sagte, die Behörde sei zuständig. Es war ein Pingpong-Spieli.» Bei der Scheidung 2009 wird ihm einstweilen kein Sorgerecht zugesagt. «In der Akte stand, man befürchte unkontrollierte Reaktionen», so Brechbühl. «Das ist skandalös.»

Der Kampf ums Kind, der ständige Ärger, machte den Vater krank. Brechbühl war lange krankgeschrieben, verlor seine Arbeit, musste seine 5 ½-Zimmer-Wohnung räumen. Heute hat er eine 1-Zimmer-Sozialwohnung und lebt von knapp 960 Franken im Monat. Anwälte kann er nicht bezahlen.

Mit Hilfe eines Freundes reicht er im April 2011 einen neuen Antrag auf Besuchsrecht ein. Die Vormundschaftsbehörde in Eglisau ZH schickte ihn prompt zurück. Seine Ex-Frau ist inzwischen weggezogen. Und die Behörde will ihm den neuen Aufenthaltsort nicht nennen. So hat Urs Brechbühl keine Chance, bei der neuen Vormundschaftsbehörde einen Besuchsrechts- Antrag zu stellen.

Im September erhält er schliesslich Unterstützung von einem Anwalt. Gratis. Der zieht den Fall vors Obergericht. Endlich ein erster Erfolg: Das Gericht rüffelt die Vormundschaftsbehörde. Die mittlerweile 5,5 kg schweren Akten seien ein einziges Chaos und müssen bis Ende Jahr geordnet sein.

«Jetzt zieht sich der Entscheid halt wieder hin», sagt Brechbühl. «Vielleicht wird es Februar. Man darf sich nie zu früh freuen. Ich rechne mit allem. Wenn es nicht geht, dann suche ich einen neuen Weg.»

Urs Brechbühl kämpft: «Ich will mit meinem Kind mal einen Zoobesuch machen können, mit ihm gemeinsam etwas unternehmen. Das ist mein Traum. Ich weiss nichts von ihm, durfte ihn noch nie sehen. Ich habe seine ganze Kindheit verpasst bis jetzt. Das ist traurig, wirklich! Ich will, dass die Behörden endlich mein Besuchsrecht anerkennen und es durchsetzen. Ein Kind hat das Recht darauf, den Vater zu sehen.»

Wie sein Sohn heute aussieht, will sich Brechbühl gar nicht vorstellen. «Das blocke ich ab. Ich muss meine Gefühle ausklammern, sonst könnte ich mich nur noch verkriechen und weinen.»

 4 Kommentare
kara binahaken
21. Februar 2012
Berlin
15:06
Email     

hi, väter. ich verfolge die gesamtlage von vätern, müttern + kindern seit rund 33 Jahren (so alt ist mein Ältester, meine Jüngste ist 7, alle Beziehungen scheiterten).
Hab ne Menge Erfahrung. Damals gab es noch kein gemeinsames sorgerecht. Mein Ex zog zu uns, ich zog allein aus, weil ich auch freiraum dringend brauchte.Wir haben nie die Behörden dran gelassen. mein ex meldete den Sohn sogar ohne mein Dazutun in der Grundschule an. Ist alles eine Frage der Menschlichkeit ob da ein Mensch sitzt oder eine Maschine. Mein Ex baute Scheisse, ganz richtige und ich nahm den Sohn wieder zu mir. (Alkoholexzesse) Er war dennoch ein lieber guter Papa, weshalb wir uns eine neue Regelung überlegten. Sohn bekam mit 8 beide Schlüssel und war nachmittags bei Papa ansonsten bei mir. Ich verlor meinen Ex, er starb, da waren bereits 2 Kinder da. Eltern: lasst die Behörden draussen.
Väter sollen mit dem Respekt der Mutter gegenüber anfangen. Sie hat geboren! Fühlt euch in ihre Ängste, dann klappts.

Naim Llugagjija
18. Januar 2012
Zürich
13:29
Email     

Hallo Urs deine Geschichte klingt sehr traurig, habe änliche probleme...
Wurde von jedem im Stich gelassen, auch vom Sozi.
Hab das Gefühl das mir niemand helfen will, finde das verhalten von denn Frauen hoch Kriminel...
Ich hab gehört 2012 soll sich das ändern, will ich auch hoffen, weill das soo nicht geht... Hab keine Kraft mehr, für nichts, ausser für meine Tochter.
Kämpf weiter für dein Kind und gegen dieses Böses Spiel.

E. Vogt
28. Dezember 2011
Endingen
08:58

Ohne das (legale?) Zutun der hochkriminellen Behörden d.h. Verbrecher gegen die Menschlichkeit(?) käme es nie zu solchen Auswüchsen. Als namhafter Arbeitgeber der Kindsmutter in der Öffentlichkeit plötzlich noch erwähnt zu werden, sollte das Management schon auf den Plan rufen.
Benachteiligte Elternteile müssen alle Mittel nutzen, damit Behörden samt Namen an die Öffentlichkeit gezerrt werden.
Schliesslich gibt es auch die Stiftung Warentest, welche schlechte Produkte veröffentlichen. Warum auch nicht hundsmiserable Leute in der Justiz, Jugend- und Sozialämter, Anwälte veröffentlichen? Nur so werden diese sich mit der Zeit hüten gegen die Interessen von Kindern und des anderen Elternteils zu agieren?!

Robby Velden
28. Dezember 2011
Zürich
01:53

Urs Brechbühl (www.papanews.ch), das Opfer der schweizer Richter und der diversen Amtsstuben-Drecksäcke, ist endlich einen Schritt weiter:

www.blick.ch/news/schweiz/den-vaetern-hilft-haeufig-niemand-190645
www.blick.ch/news/schweiz/n5-mein-kind-190546

Eine Leserin schreibt: «Es ist traurig das es solche Frauen gibt die sich dann auch noch Mami nennen»

Ja, solche Frauen gehören an den Pranger gestellt und man soll sie sich hier unzensuriert anschauen:
Sie heisst Yoenden Ngorkhangsar und arbeitet bei der Firma Telekurs in Zürich :
www.six-interbank-clearing.com/de/tkicch_financialinstitutions_sic.htmfr/dl_tkfich_customers_documentation_realtime_0102_e.pdf
(siehe dort Seite 15) Auch der Arbeitgeber ist bei solchen schweren Verstössen einer seiner Angestellten in die Pflicht zu nehmen !

Den kleinen Buben hält sie versteckt bei Verwandten in Eglisau und in Rüti/ZH, tja. Doch das ZH-Obergericht wird es genauer in ein paar Tagen sagen... - manchmal auch Leserbriefschreiber.

Stichworte
Besuchsrecht  Eglisau  Vaterschaft 
Mehr zum Artikel
Blick vom 27.12.2011, Artikel als PDF A3
Blick vom 27.12.2011, Kommentar
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